Gewinnung der Blöcke

Um die Blöcke des Vicenza-Steins zu gewinnen, muss man wie folgt vorgehen:

1 | Lokalisierung des Bereichs

Die zukünftigen Abbaugebiete werden beginnend mit der Untersuchung der geologischen Karten des Gebiets, sowie durch Besichtigungen vor Ort lokalisiert, um eventuell zutage tretende Massen zu bewerten, aus denen sich die Eigenschaften und Qualität des Materials ableiten lassen. Dies geschieht tendenziell in Gebieten, in denen bereits in der Vergangenheit Steinbrüche eröffnet wurden. Die abbaubare Schicht konkretisiert sich in einer bestimmten Höhe, mit einer ziemlich konstanten Mächtigkeit. Der Abbau entwickelt sich unterirdisch, da sich die abbaubare Schicht unter Abdeckungen aus Gestein und anderem Material befindet.
Der unterirdische Abbau, der sich als obligatorische Wahl aufdrängt, bietet erhebliche Vorteile. Zuerst kann der visuelle Einfluss als begrenzt betrachtet werden – nur der Eingang ist sichtbar – und auf diese Weise bleibt das Profil des Berges unverändert, ohne die Vegetation weiter zu beeinträchtigen. Praktisch null ist die Lärmbelästigung (verursacht durch die im Einsatz befindlichen mechanischen Mittel), ebenso wie die Verbreitung von Staub.

2 | Öffnung eines neuen Eingangs zum Untergrund

Nachdem die Gesteinsmasse freigelegt wurde, fährt man mit der ersten Phase der Schaffung des Bereichs vor dem zukünftigen Eingang zum Steinbruch fort, indem man eine Bank-Sägemaschine verwendet, die, indem sie im Boden arbeitet, es ermöglicht, einen ebenen Platz und eine ausreichend hohe Front zu schaffen, um die selbstfahrende Ketten-Sägemaschine positionieren zu können.

3 | Schaffung des Stollens

Sobald die selbstfahrende Kettensägemaschine positioniert ist, werden eine Reihe von horizontalen und vertikalen Schnitten mit einer maximalen Nutztiefe von 2,8 Metern, einer Schnittbreite von 38 mm und einer variablen Vorschubgeschwindigkeit von einigen Zentimetern pro Minute ausgeführt. Nachdem diese Schnitte ausgeführt wurden, fährt man mit der Ablösung eines Teils der Blöcke von der Stirnwand fort, indem man Stahlkeile verwendet, die in die Schnitte selbst eingesetzt und dann mit Kraft geschlagen werden, bis die Ablösung des Blocks von der Stirnwand bewirkt wird. Dasselbe Ergebnis kann durch die Verwendung von wasssergefüllten stählernen Spreizkissen erzielt werden. Jeder einzelne Block wird dann mit Hilfe eines mechanischen Baggers entfernt und die Bearbeitung wird mit der Realisierung der hinteren Schnitte (mit Kettensägemaschine) der verbleibenden Blöcke fortgesetzt, wodurch der Vortrieb abgeschlossen wird.

4 | Vertiefung des Aushubs

Zur Vertiefung des Aushubs wird hingegen die Bank-Kettensägemaschine verwendet. Durch die Realisierung von Schnitten in der Bank, in Längs- und Querrichtung zur Achse des Stollens, werden so die einzelnen Blöcke lokalisiert, die dann an der Basis geschnitten werden, um anschließend vom Bagger entfernt werden zu können. Auf diese Weise erhöht sich die Höhe des Stollens. Die so erhaltenen Blöcke werden dann zur Weiterverarbeitung in die Werkstatt transportiert.

Im Allgemeinen achten wir immer besonders auf die Definition der geometrischen Entwicklung des Grabens, wobei wir stets die maximale Rückgewinnung von nutzbarem Material anstreben.

Diese Art von Struktur (unbewehrtes Voll-Leer-Verhältnis) nutzt die Tatsache, dass die Nutz-Bänke zwischen Dach und Sohle eingelassen sind, im Allgemeinen intakt oder auf jeden Fall mit guter Kontinuität ausgestattet, und versucht, die Zunahme der Lasten auf die verschiedenen Pfeiler infolge des Grabens gleichmäßig zu verteilen. Was die Dimension der Leer- und Vollräume betrifft, so hängt diese direkt von den mechanischen Widerstandseigenschaften des intakten Gesteins ab, aber nicht nur, auch vom Widerstand der gesamten Gesteinsmasse, die wiederum durch das Vorhandensein von Diskontinuitäten und Rissen beeinflusst wird.

Die Planung des Abbaus sieht im Allgemeinen, in Abhängigkeit von der Lagerung und der Mächtigkeit der Schicht, die Entwicklung einer Reihe von Kammern mit großem Querschnitt vor, die von oben nach unten in aufeinanderfolgenden horizontalen Durchgängen abgebaut werden.